GRUNDKURS ZEICHENTRICKGESCHICHTE: LOONEY TUNES

„Ich muss den Schöpfern der Original-„Looney-Tunes"-Zeichentrickfilme wirklich dankbar sein", sagt Brendan Fraser, Hauptdarsteller in „Looney Tunes: Back in Action". „Ich weiß gar nicht, ob mir das damals bewusst war, aber durch sie habe ich Zugang zur klassischen Musik gefunden, durch sie lernte ich, was Timing in der Komödie bedeutet, wie man eine Pointe vorbereitet und platziert - all das kam in so einem kurzen Zeichentrickfilm zusammen. Immer reagierten sie auf aktuelle Einflüsse, ob aus der Politik oder der Popkultur. Die Filme sind Kindern leicht verständlich, aber die Komik ist so raffiniert angelegt, dass auch Erwachsene ihren Spaß daran haben können. Sie haben mich so begeistert, wie es spätere Zeichentrickfilme kaum noch geschafft haben - zumindest bis jetzt, natürlich."

1930 brachte Warner Bros. zusammen mit dem Zeichentrickproduzenten Leon Schlesinger den ersten der berühmten Zeichentrickkurzfilme der „Looney Tunes"-Serie ins Kino. Zwar stellten damals auch die meisten anderen Hollywood-Studios animierte Kurzfilme fürs Kinovorprogramm her, doch keiner erreichte die Popularität jener Serie mit respektlosen Sechs-Minuten-Komödien, in denen die frühen Warner-Figuren auftraten: der ständig gutgelaunte Bugs Bunny, der ständig mies gelaunte Daffy Duck, das stotternde Schweinchen Dick. Zu ihnen gesellten sich im Lauf der nächsten vier Jahrzehnte Elmer Fudd, der Tasmanische Teufel, Yosemite Sam, Road Runner, Wile E. Coyote, Tweety Bird, Sylvester, und viele, viele andere.

„Ach, das waren noch Zeiten", erinnert sich Bugs Bunny. „Ich hatte so strahlende Augen und einen so buschigen Schwanz… doch eigentlich, Doc, sind das immer noch Zeiten - meine Augen strahlen immer noch, und mein Schwanz war noch nie buschiger."

Auf der Lohnliste bei Warner Bros. stand die Crème de la Crème der Animatoren, die diese berühmten Helden zum Leben erweckten: Chuck Jones, Friz Freleng, Tex Avery, Bob Clampett und Bob McKimson, der berühmte Sprecher Mel Blanc und der für die Musik verantwortliche Carl Stalling. Diese Künstler sind inzwischen Legenden der Zeichentrickkomödie, sie gewannen zahlreiche Oscars und begeistern seit über 70 Jahren Generationen von Fans in aller Welt.

„Die Arbeit mit diesen Legenden war echt spitze - für sie", erinnert sich Daffy Duck. „Oft genug zermarterten sie sich das Hirn, aber es fiel ihnen nichts ein - bis ich dann ins Zimmer trat und ihnen plötzlich die genialen Ideen aus der Feder flossen."

Seit die Serie mit den Kinokurzfilmen eingestellt wurde, sind die Looney Tunes in zahlreichen Fernseh-Specials und Kino-Sammelprogrammen aufgetreten, als Gaststars waren sie in Robert Zemeckis' innovativem Meilenstein „Who Framed Roger Rabbit" (Falschen Spiel mit Roger Rabbit, 1988) zu sehen, und zuletzt heizten sie die Leinwand in dem Kinohit „Space Jam" (Space Jam, 1996) auf, in dem sie neben dem legendären Basketballspieler Michael Jordan die Hauptrollen spielten. Natürlich laufen die frühen Original-Filme auch weiterhin jeden Samstagmorgen im US-Fernsehen.

Warner Bros. Pictures nimmt diese klassische Tradition jetzt wieder auf: 2004 werden brandneue „Looney Tunes"-Zeichentrickkurzfilme im Vorprogramm bestimmter Warner-Filme auf der Leinwand uraufgeführt.

In vorderster Front der Bande von Looney Tunes stehen der sprücheklopfende Komiker Bugs Bunny und sein unübertrefflich eifersüchtiger Co-Star Daffy Duck. Seit Chuck Jones die beiden in dem prototypischen Kurzfilm „Rabbit Fire" erstmals aufeinander losließ, zählen Bugs und Daffy zu den unterhaltsamsten und unverwüstlichsten Kinorivalen der Welt. Diese Rivalität - die vor allem von Daffy als solche empfunden wird - bildet den Ausgangspunkt für „Looney Tunes: Back in Action".

FILMFIGUREN MACHEN GUTE FIGUR

Den Filmemachern lag vor allem daran, „Looney Tunes: Back in Action" ganz in der über viele Jahre gewachsenen Tradition zu präsentieren, durch die sich die Tunes mit ihrem cleveren, respektlosen Humor von Anfang an aus der Masse abhoben - gerade deswegen haben ihnen die Fans über viele Jahrzehnte die Treue gehalten.

„Ich glaube, die Looney Tunes lassen sich nicht unterkriegen, weil sie so urkomisch und politisch überhaupt nicht korrekt sind", sagt „Back in Action"-Autor Larry Doyle, der früher die Produktion der Serie „The Simpsons" (Die Simpsons) überwachte. „Unser Film besinnt sich auf ihre bodenlose Frechheit, ihren ätzenden Humor, all die differenzierten Persönlichkeiten der Figuren bleiben intakt, und wir halten uns an den Animationsstil, der von den Legenden der klassischen Looney-Tunes-Ära entwickelt wurde."

Produzentin Paula Weinstein spürte sofort, dass Doyles Skript dem geistreichen, bezaubernden Stil der Looney Tunes hundertprozentig gerecht wird. „Larry würzt seine Story mit aggressivem Humor, ohne den die Looney Tunes gar nicht denkbar wären", lobt sie ihn. „Ihr Witz, ihre Popularität gründet vor allem darin, dass sie sehr menschliche Eigenarten verkörpern, die Teil unserer eigenen Persönlichkeit sind: Habsucht, Ehrgeiz, Faulheit, Humor."

„Die Tunes entstammen der Varieté-Tradition", fügt Produzent Bernie Goldmann hinzu. „Sie haben etwas Burleskes an sich. Die Welt heute bietet doch ständig neue Gelegenheiten für parodistische Exzesse, es gibt unendlich viele Themen, die man aufs Korn nehmen kann - so bekommen die Looney Tunes reichlich Futter, sie zeigen uns eine lange Nase. Deswegen ist es ja auch so toll, die Handlung nach Hollywood zu verlegen, wo sich alle Leute etwas zu ernst nehmen und zu sehr von sich selbst überzeugt sind." Wie wahr.

„Looney Tunes: Back in Action" beginnt auf dem Gelände des Warner-Bros.-Studios, wo die weltberühmten Filmstars Bugs Bunny und Daffy Duck eine Konferenz mit den Studiochefs haben, zu denen auch die bierernste Vizechefin der Komödienabteilung Kate Houghton gehört - sie wird von Jenna Elfman gespielt.

Als Bugs' ewig neidischer Kollege die Zwillingsbosse des Studios, Mr. Warner und Mr. Warners Bruder überreden will, das aktuelle Komödienprojekt so umschreiben zu lassen, dass Daffy allein die Hauptrolle spielt, bekommt Kate die Anweisung, die Ente zu feuern und einen neuen Partner für Bugs zu suchen. Sie beauftragt den Warner-Wachmann und Möchtegern-Stuntman DJ Drake, dargestellt von Brendan Fraser, Daffy buchstäblich aus dem Studio zu werfen. Natürlich findet Daffy diese Entscheidung unerhört, und der Wachmann versucht ihn auf einer wilden Entenjagd über das Studiogelände zu erwischen - was notgedrungen damit endet, dass sie beide gefeuert werden.

„Looney Tunes: Back in Action" ist der erste Spielfilm, den Bugs Bunny, Daffy Duck und alle übrigen Looney-Tunes-Gefährten komplett in der real gefilmten Welt verbringen, in der sie es ständig mit „lebendigen", dreidimensionalen menschlichen Darstellern zu tun haben.

Seit ,Falsches Spiel mit Roger Rabbit' hat es keine so komplizierte Kombination von real gefilmten und Animationselementen gegeben", stellt Joe Dante fest, der „Back in Action" inszeniert hat. Bekannt wurde Dante als Regisseur des Warner-Bros.-Pictures-Hits „Gremlins" (Gremlins - Kleine Monster) von 1984, der zu den erfolgreichsten Filmen der 80er-Jahre zählt. „,Back in Action' besteht durchaus nicht nur aus einer Reihe von Figuren, die vor der Bluescreen gefilmt und dann in den Film eingefügt werden. Vielmehr wirkt er wie ein echter Action-Film, in dem ganz zufällig Bugs Bunny und Daffy Duck zwei Hauptrollen spielen."

„Joe hat in seinen früheren Werken bereits mit jeder Technik Erfahrung gesammelt, die wir jetzt in diesem Film anwenden", sagt Executive Producer Chris deFaria. „Aber das allein heißt noch nichts - entscheidend ist, dass er für diese Art Film genau die richtige Einstellung mitbringt. Denn im Grunde ist Joe Dante ein großes Kind, er geht als Filmemacher mit aufrichtiger Begeisterung an die Arbeit. Das spürt man jeden Tag aufs Neue."

„Die Looney Tunes haben eine ausgeprägt schwarzhumorige Seite, die Joe voll verinnerlicht hat", beobachtet Produzent Bernie Goldmann. „Das hat etwas Subversives - immer funkelt der Schalk in ihren Augen. Und wenn man sich Joes Filme anschaut, dann entdeckt man genau dieselbe Einstellung." „Joe ist mit allen Wassern gewaschen", sagt Fraser. „Er ist ein Zeichentrickspezi und überhaupt ein wandelndes Filmlexikon. Ich könnte ihn glatt für eine Zeichentrickfigur halten. Es würde mich gar nicht wundern, wenn Joe Dante einen Reißverschluss auf seiner Stirn aufziehen würde, und heraus käme ein kleines Zeichentrickgenie."

Fraser stand ganz oben auf der Wunschliste der Filmemacher, als es an die Besetzung des glücklosen Wachmanns und Möchtegern-Stuntmans DJ Drake ging. Dazu Dante: „Die Rolle ist ihm wie auf den Leib geschrieben. Wenn Schauspieler mit Zeichentrickpartnern interagieren müssen, bedeutet das Knochenarbeit, denn im Regelfall spielen sie Szenen mit Kollegen, die am Set nicht vorhanden sind. Der Schauspieler muss also eine Menge Fantasie und Erfindungsgabe mitbringen. Brendan schafft es wie kein anderer, in dieser Situation absolut glaubwürdig zu agieren - mir fällt niemand ein, der diese Rolle wie er gemeistert hätte."

Fraser war begeistert, mit derart legendären Kollegen auftreten zu dürfen. „Wer würde da nicht an die Decke springen, wenn er mit Bugs und Daffy spielen darf? Ich bin ein großes Kind, ich sitze am Samstagmorgen vor dem Fernseher, mampfe meine Chips und schaue mir Zeichentrickfilme an. Und höchstwahrscheinlich haben die Looney Tunes mir beigebracht, was ich heute über das Timing in der Komödie weiß."

In seiner vielseitigen Karriere kann Fraser einerseits auf Riesenhits wie „George of the Jungle" (George - Der aus dem Dschungel kam) und die „Mumie"-Serie verweisen, aber andererseits auch die von der Kritik gefeierten „Gods and Monsters" (Gods and Monsters) und „The Quiet American" (Der stille Amerikaner) - er profiliert sich damit nicht nur als begabter und wandlungsfähiger Schauspieler, sondern ist auch versiert im komplizierten Umgang mit umfangreichen Spezialeffekten und Filmpartnern, die erst später im Computer entstehen. Diese Kombination von Erfahrungen prädestinierten ihn für den stocksteifen Helden, der das Pendant zur ausgeflippten Looney-Tunes-Bande bildet.

„Was Brendan sich da aufgehalst hat, ist gar nicht so einfach", sagt deFaria. „Er musste nicht nur in den meisten Szenen mit Partnern aus Luft interagieren, noch komplizierter, aber ebenso wichtig ist der Aufbau einer echten Beziehung zu Daffy Duck. Unter den Umständen war das ein hartes Stück Arbeit, aber es gelingt Brendan ganz hervorragend, diese seltsame Verbindung zwischen ihm und Daffy absolut traumhaft auszugestalten."

Weinstein kennt Fraser bereits von der gemeinsamen Arbeit an seinem Filmdebüt „With Honors" (Ein genialer Freak). „Ich habe es selten erlebt, dass sich ein Schauspieler so fantastisch entwickelt wie Brendan", sagt sie. „Er ist der Cary Grant unserer Zeit. Er ist komisch, nimmt sich selbst auf den Arm - und er führt sogar seine Stunts selbst aus. Zwischen ihm und Jenna stimmt die Chemie bis zum i-Tüpfelchen. Sie werfen sich die humoristischen Bälle zu, während sich zwischen ihnen eine altmodische Liebesgeschichte anbahnt, die aber durchaus nicht zu sentimental angelegt ist."

Jenna Elfman wollte unbedingt mit Fraser arbeiten, seit sie ihn erstmals in „Encino Man" (Steinzeit Junior) erlebte. „Ich erinnere mich genau, wie ich im Kino saß und mich fragte: ,Wer ist denn das? Der Typ ist ja hervorragend!' Er hat mich einfach mitgerissen mit seiner Gutgläubigkeit - er hat die Figur sehr echt und glaubwürdig gespielt."

Sobald sie erfuhr, dass der Film das Markenzeichen der Looney Tunes, nämlich ihre scharfzüngig-drastischen Scherze (die großenteils aus respektlosen Witzen über die von Elfman gespielte spießige Managerin bestehen), in den Mittelpunkt rücken sollte, wollte sie auf jeden Fall mitmachen. „Als Kind gefiel mir vor allem ihr rebellisches und aggressives Auftreten", sagt sie. „Ich habe den Eindruck, dass das eine Zeitlang etwas verwässert wurde. Umso mehr freue ich mich, wenn diese krassen Persönlichkeitsmerkmale jetzt wieder durchschlagen."

„Es kommt mir vor, als ob Jenna ein paar Gene von Carol Burnett oder Lucille Ball ausgeborgt hat", staunt Fraser. „Unfassbar, wie natürlich sie Slapsticksituationen umsetzt und ihre Dialoge in einem Höllentempo herunterrattert. Sie ist in jeder Beziehung ein Profi und eine angenehme Kollegin, weil ihr die Arbeit Spaß macht. Sie freut sich auf die Dreharbeiten, und das ist eine entscheidende Voraussetzung für ihre überzeugende Leistung."

„Looney Tunes: Back in Action" stellt einen ganz neuen, real gefilmten Schurken im Looney-Universum vor: Mr. Chairman, den verschlagenen Boss der Acme Corporation, Hersteller jener lachhaft unnützen Produkte, mit denen Wile E. Coyote ständig sein Leben riskiert. Dem mächtigen Chef des multinationalen Konzerns leiht Komikerlegende Steve Martin seine Gestalt - der preisgekrönte Schauspieler, Drehbuchautor, Regisseur, Autor und Produzent.

Martin nahm die Rolle an, weil er beim Lesen des Drehbuchs sofort einen Draht zu dem unsympathischen Acme-Titanen entwickelte. „Mir gefiel Chairman", erinnert er sich. „Als ich das las, stellt ich mir sofort vor, wie er aussehen sollte. Und Daffy, Bugs und Elmer habe ich immer gemocht - ich bin mit ihnen groß geworden. Da waren also schon mal drei Typen, mit denen ich unbedingt arbeiten wollte."

Die Filmemacher gaben Martin die einmalige Gelegenheit, seine Rolle völlig nach eigenem Gutdünken zu gestalten. „Diese Art Schurken sind im Film immer am schwersten darzustellen, weil sie meist genau das tun, was man von ihnen erwartet", sagt Dante. „Und was noch schlimmer ist: Mr. Chairman ist ein Geschäftsmann, der hinter seinem Schreibtisch sitzt - es ist sehr schwierig, einen solchen Typen in einer Komödie lustig wirken zu lassen. Aber Steve hat sich diese sehr konventionelle Figur vorgenommen - mit viel Mut kreiert er daraus eine völlig überdrehte Version."

„Ich werde gar nicht erst zu erklären versuchen, was Steve aus Mr. Chairman gemacht hat", sagt deFaria begeistert. „Das geht etwa in die Richtung trotziger Schuljunge, der irgendwann auf seiner Privatschule an der Ostküste in seiner Entwicklung stehen geblieben ist. Und jetzt will er seine Wut an der ganzen Welt auslassen. Das ist zum Schreien komisch."

Über die menschlichen Qualitäten des bösen Tycoons sagt Martin: „Er ist natürlich egomanisch veranlagt. Er hält sich für recht gutaussehend. Aber als Geschäftsmann ist er völlig frustriert, und wenn nicht ständig alles nach seiner Nase läuft, reagiert er ein wenig gereizt. Im Grunde ist es eben gar nicht so leicht, als Bösewicht über ein Imperium zu herrschen."

Von seinem Penthouse-Hauptquartier aus herrscht Mr. Chairman über einen unglücklichen Aufsichtsrat, der aus von Joe Dante immer wieder eingesetzten Darstellern und bewährten Charakterschauspielern besteht. Zu den Aufsichtsratsmitgliedern gehören der Direktor der Rhetorischen Fragen (Robert Picardo), die Direktorin der Schlechten Ideen (Mary Woronov), der Direktor von Nichts Dazugelernt (Ron Perlman), der Direktor der Nullinformationen (Marc Lawrence), der Direktor der Kinderarbeit (Vernon G. Wells), der Direktor der Nörgeleien (Bill McKinney), der Direktor von Rücksichtslose Karrieremacher (Leo Rossi) und schließlich der Direktor der Unverdienten Beförderung (George Murdock).

Mr. Chairmans schweigender, hünenhafter Mann fürs Grobe, Mr. Smith, wird von dem ehemaligen Profi-Wrestler und jetzigen Schauspieler Bill Goldberg dargestellt, der in der Welt des Wrestling einfach nur als Goldberg bekannt ist. Smith weicht nicht von Chairmans Seite, während der einen schändlichen Plan ausheckt, mit dem er die Weltherrschaft an sich reißen will. (Der diabolische Monopolist will die Weltbevölkerung in Affen verwandeln und sie in den Acme-Fabriken noch mehr schäbige Produkte herstellen lassen - um die Affen anschließend wieder in Menschen zu verwandeln, damit sie die von ihnen selbst hergestellten Produkte zu exorbitanten Preisen kaufen.)

Eine geheime Einsatztruppe von Undercover-Agenten, dargestellt von den Looney-Tunes-Figuren Yosemite Sam, Wile E. Coyote, dem Tasmanischen Teufel und dem Marsmenschen Marvin - um nur einige zu nennen -, haben an strategischen Orten in der ganzen Welt Stellung bezogen, um den geheimnisvollen Diamanten mit dem Namen Blue Monkey aufzutreiben. Zu diesem Zweck haben sie den Mann gekidnappt, der weiß, wo der Diamant verborgen ist - DJs Vater Damian Drake, den weltberühmten Star einer beliebten Spionagefilmserie.

Um Damian zu besetzen, wandten sich die Filmemacher an Timothy Dalton, der natürlich ein weltberühmter Star der beliebtesten Spionagefilmserie der Filmgeschichte ist. „Wir haben Timothy den Köder hingeworfen und hofften einfach, dass er anbeißen würde", sagt deFaria. „,Äh, würdest du einen Filmstar spielen, der ständig einen Spion darstellt?… Ob er wohl merkt, dass er sich selbst spielen soll?'"

Dalton stellt fest, dass seine Rolle „natürlich eine Art Echo auf meine eigene Geschichte ist". Der Schauspieler ist mit den Looney Tunes aufgewachsen, und heute freut er sich, wenn er die Zeichentrickfilme mit seinen Kindern anschaut. „Das Timing der Gags ist einfach fantastisch, sie stecken voll unglaublich kreativer Ideen, und sie kommen heute genauso gut an wie damals."

Bernie Goldmann berichtet, dass Dalton nicht nur eine extrem komische Darstellung liefert, sondern auch eine Schlüsselrolle im Film übernimmt. „Gefühlsmäßig bildet Damian Drake den Mittelpunkt des Films - der DJ muss seinen Vater retten -, aber letztlich ist Damian auch der Held, der die Fackel an seinen Sohn weitergeben muss. Timothy lässt sich in seiner Rolle auf keinerlei Mätzchen ein, er spielt sie todernst - witziger hätte er seine Szenen gar nicht gestalten können."

Als DJ und Daffy entdecken, dass Damian verschwunden ist, setzen sie sich mit Geheimagenten, Damians Kontaktmännern in aller Welt, in Verbindung, denn in einem verzweifelten Wettlauf mit der Zeit müssen sie den Diamanten finden, bevor er den von Mr. Chairman losgeschickten Acme-Schergen in die Hände fällt. Erster Zwischenstopp ist die Neonmetropole Las Vegas, wo Yosemite Sam das Wooden Nickel Casino leitet. Dort trifft DJ das gut gebaute, singende Cowgirl Dusty Tails, dargestellt von Heather Locklear. Dusty ist nicht nur eine von Damians Kontaktpersonen, sondern auch Star der spektakulären Bühnenshow Yosemite Sam Revue. „Am Anfang wirkt Dusty eher normal - bis wir dann erfahren, dass sie außerdem für die CIA arbeitet", sagt deFaria.

Locklear sagte begeistert zu, als man sie bat, die Rolle des singenden und tanzenden Cowgirls zu übernehmen. „Ich bin mit den Looney Tunes aufgewachsen, und ich habe mich riesig gefreut, als das Angebot für die Rolle kam." Drei Tage lang übten Locklear und Fraser ihren gemeinsamen Auftritt mit der Choreografin des Films, der Emmy-Preisträgerin Marguerite Derricks. „Brendan ist ein toller Tanzpartner", schwärmt Locklear. „Er kann das so gut, dass ich es wirklich leicht habe. Wir haben uns prächtig amüsiert. Ich würde keine Sekunde zögern, wenn ich das nochmal machen sollte."

Nachdem das Kapitel in Las Vegas abgeschlossen ist, stranden unsere Helden mitten in der glühendheißen Wüste, wo sie aber glücklich die rätselhafte Area 52 erreichen - ein Gebiet, das als so topsecret gilt, dass man die Area 51 (jene viel zitierte, streng geheime amerikanische Anlage) nur als Fassade eingerichtet hat, um von Area 52 abzulenken.

Das Motto der Area 52 heißt: „Wir führen die amerikanische Öffentlichkeit an der Nase herum - seit 1947". Dort werden Aliens gefangen gehalten. Geleitet wird diese Institution von der exzentrischen Wissenschaftlerin Mother, dargestellt von Joan Cusack. „Sie passt auf die Außerirdischen auf", sagt deFaria. „Ausgerechnet diese tollpatschige, zerstreute Wissenschaftlerin soll die Welt vor den Aliens beschützen."

„Mother ist ursprünglich inspiriert von Q aus den James-Bond-Filmen, und von M, die von Judi Dench gespielt wird", sagt Cusack, die auch persönlich für die Welt der Wissenschaft eine Menge übrig hat. „Ich muss all die Aliens im Zaum halten, muss also sehr bestimmt auftreten." Doch weil sie selbst zwei kleine Kinder hat, beschloss Cusack, ihrer Figur auch liebevolle, mütterliche Züge zu verleihen. „Filme, die der ganzen Familie einen ungetrübten Spaß garantieren, gibt es wirklich nicht allzu oft. Deswegen freue ich mich umso mehr darüber, dass ich dabei mitmachen darf."

Denn darum geht es den Filmemachern: Der Film soll originell und lustig sein - ein Spaß für die ganze Familie. Dazu Chris deFaria: „Er ist als aufwändige Abenteuerkomödie angelegt - zwei der beliebtesten Comic-Figuren der Welt treten neben einem überragenden Ensemble realer Schauspieler auf. Die Effekte spielen eine große Rolle, aber es ist auch eine Liebeskomödie, eine animierte Achterbahnfahrt, die sich sehr bald - hoffentlich - zu einem Klassiker entwickeln wird."

Dante seinerseits hofft, dass der Film die Zuschauer in eine Zeit entführen wird, an die sie sich gern erinnern. „Wenn die Zuschauer aus dem Kino kommen, dann spüren sie hoffentlich wieder, wie das damals war, als sie die Looney Tunes erstmals erlebt haben - ganz egal wie alt sie heute sind."

WIE MAN DIE LOONEY TUNES ZUM ZAPPELN BRINGT

Ein Realfilm mit animierten Elementen dieser Größenordnung erfordert einen Aufwand, der mit keiner anderen Produktion zu vergleichen ist. „Wir gehen in dem Film davon aus, dass Bugs und Daffy Schauspieler sind, die in unserer Welt leben und arbeiten. Die Interaktionen des Films sollen sich also in nichts von der Spontaneität, dem Rhythmus und der Atmosphäre eines normal gedrehten Spielfilms unterscheiden", sagt deFaria.

„Ich möchte zwar gern behaupten, dass Bugs und Daffy tatsächlich physisch bei den Dreharbeiten dabei waren", sagt Dante. „Aber meistens haben sie sich nicht blicken lassen - so sind sie eben. Wir mussten also stattdessen mit Puppen arbeiten."

Damit Fraser und Elfman absolut überzeugend mit ihren animierten Leinwandpartnern interagieren konnten, standen ihnen die erfahrenen Puppenspieler Bruce Lanoil und Dave Barclay zur Seite. Der Jim Henson Creature Shop stellte die Puppendoubles unter der Leitung von Barclay her, der schon als Vierjähriger die Puppen tanzen ließ. Seine große Chance bekam er dann bei „The Empire Strikes Back" (Das Imperium schlägt zurück) als Assistent des Puppenmachers und auch als Assistent von Frank Oz - Oz führte die Puppe, die Jedi-Meister Yoda darstellt. Lanoil und Barclay sind aber nicht nur begabte Puppenspieler, sondern auch Komiker - sie können zusammen mit den Schauspielerkollegen am Set improvisieren. Was sie - für die Kamera unsichtbar - an Mätzchen vollführten, war die entscheidende Basis für die Auftritte der von ihnen dargestellten Figuren.

Als Einstimmung auf den Film studierten Lanoil und Barclay ausführlich das Verhalten und den Sprechrhythmus von Daffy Duck und Bugs Bunny. „Ihre Dialoge sagen sie nicht einfach nur so auf", sagt deFaria. „Sondern mithilfe der Puppen verwandelten sie sich richtig in Daffy und Bugs. Und dadurch reagieren die realen Schauspieler so überzeugend, wie das sonst völlig undenkbar wäre. Diese Szenen wirken derart spontan, wie man es sonst nur in einem komplett real gedrehten Film erleben kann."

Für eine überzeugende Kombination von realen und animierten Elementen sind umfangreiche Dreharbeiten nötig - ein mühsames Unterfangen mit ständigen Wiederholungen. „Unabhängig davon, wie viele Wiederholungen nötig waren, um eine Einstellung perfekt aufzunehmen, mussten wir grundsätzlich jede Szene drei- oder viermal filmen", berichtet Dante. „Zunächst probten wir die Szene mit den Puppen, dann filmten wir sie mit den Schauspielern und Puppen zusammen. Dann drehten wir dasselbe noch einmal ohne die Puppen, und die Schauspieler mussten sich ,erinnern', in welche Richtung sie schauen sollten und wo ihr Gegenüber sein wird. Dann wurde wegen der Ausleuchtung eine weitere Version gedreht. Man kann sich also vorstellen, wie zeitaufwändig das war."

Fraser durfte sogar auch hinter der Kamera mitmischen, denn er ergatterte zusätzlich die Sprechrolle des besonders ungehobelten tasmanischen Teufels. Ehrfürchtig würdigt er den Aufwand, der für dieses Projekt nötig war. „Bei solch einem Film, der mit animierten Szenen und Computereffekten vollgestopft ist, geht es nicht ohne absolutes Vertrauen in die Kunst der vielen Mitarbeiter", sagt er. „Denn meist rede ich als Schauspieler mit einem Freund, den ich mir vorstellen muss. Doch dann vergeht ein Jahr, in dem einiges passiert, die Einzelteile werden zusammengesetzt, und dann erlebe ich, wie ich Daffy Duck tatsächlich würge oder versuche, ihn aus dem Autofenster zu schmeißen - das sieht so echt aus, als ob ich mit einem realen Schauspieler agieren würde."

Barclay und Lanoil haben den Figuren nicht nur beim Drehen Leben eingehaucht, um dem Team und den Schauspielern Anhaltspunkte zu geben, sondern die Puppen dienten auch den Animatoren als wichtige Bezugsgrößen. Sobald die Szene einstudiert war, verließen die Puppenspieler ihre Position vor der Kamera - sie wurden ersetzt durch Markierungen, die die korrekte Blickrichtung erleichtern sollten.

Peter Chesney, Coordinator der Special Effects, stellt fest, dass die Dreharbeiten zu einem teilweise animierten Film letztlich einem Gespensterfilm gleichen - die Hälfte der Darsteller ist nicht vorhanden! „Man stellt ihnen Stühle auf, trägt ihre Getränke hin und her", sagt er. „Wir merkten nämlich, dass die Schauspieler sich auf ein physisches Gegenüber einstellen müssen, denn dann spielen sie überzeugender. Das gehört zu den Tricks, die zu einem überzeugenden Ergebnis führen."

Verantwortlich für die komplizierten, mit den neuesten Entwicklungen der Aufnahmetechnik gefilmten Bilder ist einer der renommiertesten Kameraleute Hollywoods, Dean Cundey, der schon etlich Effekte-gespickte Filme gedreht hat, darunter auch die Kinomeilensteine „Falsches Spiel mit Roger Rabbit" und „Jurassic Park" (Jurassic Park).

Cundey berichtet, dass „Roger Rabbit" einer der letzten arbeitstechnisch aufwändigen, photochemischen Filme war, bei dem die Zusammenfügung der Bildelemente komplett im optischen Printer stattfand - eine Bildebene nach der anderen. „,Looney Tunes' ist der nächste Schritt", erklärt er. „Der Computer ist bei unserer Art Arbeit eine ungeheure Unterstützung - man kann viele Elemente in die Endfertigung verlagern - ganz nach Ermessen der Animatoren und Produzenten. Die Zusammenarbeit wird dadurch neu verteilt, neu gewichtet - sie können sich selbst künstlerisch und kreativ in die Handlung, die Darstellung der handelnden Figuren mit einbringen."

Als Cundey das Ausleuchtungskonzept des Film vorbereitete, schuf er den „Looney- Tunes-Stil", wie er ihn nennt: „Wir verzichten ganz bewusst darauf, die Illusion zu erwecken, als ob es sich um dreidimensionale Figuren handelt, denn die Looney Tunes, wie wir sie kennen und lieben, sehen immer recht flach aus", sagt er. „Sie sind nämlich stark vom Zeichenstiftstil der Warner-Bros.-Trickfilme in den 40er- und 50er-Jahren geprägt. Man kann aber nicht Menschen mit starken Kontrasten ausleuchten und bei den Tunes darauf verzichten, denn dann sehen sie wie aufgeklebt aus. Für uns war das also wie eine Schachpartie - wir wollten die Illusion schaffen, dass sie sich wirklich dort im Bild befinden, verwendeten also eine sanfte Beleuchtung, aber trotzdem sollte jede Szene optisch interessant wirken - mit einer stilistisch unverwechselbaren Atmosphäre."

Einen wesentlichen Anteil am stark stilisierten Look des Films hat auch der Produktionsdesigner Bill Brzeski. „Als wir uns anfangs zusammensetzten, um den Look des Films zu besprechen, beschlossen wir, die Welt aus der ,Schneekugel'-Perspektive zu zeigen, wie wir das nennen", sagt Brzeski. „An jedem Drehort sieht man die bekannten Sehenswürdigkeiten, die man normalerweise mit berühmten Städten assoziiert, auf engstem Raum zusammengepfercht: in Las Vegas die Neonlichter, Touristen und Showgirls; in Afrika einen ,Tempel des Todes' mit steinernen Monumenten und gefährlichen Fallen; und in Paris den Louvre und den Eiffelturm."

„Bill hat sich die alten Trickfilme angeschaut, um die Farbpalette festzulegen", sagt Dante. „Er analysierte die von Maurice Noble gemalten Hintergründe für einige der Kurzfilme vom Anfang der 50er-Jahre, isolierte die Muster und Farben und baute dann die Sets mit diesen Vorgaben im Kopf, so dass unser Film tatsächlich von einer ganz spezifischen Palette von Farben geprägt wird - so etwas ist durchaus nicht üblich."

Chris Watts, Leiter der visuellen Effekte, tat während der Produktion alles Menschenmögliche um sicherzustellen, dass sich die animierten Figuren nahtlos in die real gefilmten Bilder integrieren ließen. Watts war auch für die komplizierten visuellen Effekte zuständig, die für die Sequenz mit dem fliegenden Spion-Auto und die halsbrecherische Verfolgungsjagd über die Aussichtsplattform des Eiffelturms nötig waren.

Das größte Problem sah Watts durch die Masse der im Film vorgesehenen Effekte auf sich zukommen. „Etwa 65 Prozent des Films enthalten visuelle Effekte oder Animationselemente verschiedenster Art", sagt er. „Wir müssen darauf achten, dass Farbgebung und Kontraste durchgängig stimmig bleiben und dass die animierten Hauptfiguren gut aussehen, wenn sie eingefügt werden. In diesem Film ist die Kamera häufig in Bewegung. Die animierten Figuren gehen vor oder hinter realen Menschen und nehmen reale Objekte in die Hand. Meine Aufgabe war es, Konzepte zu entwickeln, mit denen solche Bilder gefilmt werden können, ohne die Kreativität der Filmemacher zu sehr einzuschränken."

Laut Watts berechnete der Computer für „Looney Tunes: Back in Action" etwa 1200 Einstellungen mit visuellen Effekten. Dazu gehören auch das „Ausradieren" von Haltedrähten, die virtuelle Erweiterung der realen Sets, Hintergrundbilder und andere Elemente - all das war nötig, um die Halle 16 des Warner-Bros.-Studios in Afrika zu verwandeln, das Ausstellungsgelände von Los Angeles in die Metropole Paris und einen Parkplatz in den Eiffelturm.

Sobald die Dreharbeiten mit den real gefilmten Aufnahmen abgeschlossen waren, machten sich die Trickkünstler im Warner-Bros.-Animationszentrum im kalifornischen Sherman Oaks ans Werk. Dort sind 500 Mitarbeiter beschäftigt - Experten, die Layouts, Effekte und digitale Bilder betreuen, Figuren animieren, einfärben und ins Bild einfügen. Sie schufen traditionell per Hand gezeichnete zweidimensionale Bilder, die schließlich mit den real aufgenommenen Kamerabildern kombiniert wurden. Dieses riesige Team wurde von dem renommierten Animationsregisseur Eric Goldberg geleitet.

Goldberg war persönlich besonders motiviert: „Ich war mit Chuck Jones befreundet, ich kenne seine Zeichentrickfilme und ihre Geschichte vor- und rückwärts. Also legte ich wirklich den größten Wert darauf, die Looney Tunes im Geist der berühmten Vorlagen zu gestalten. Natürlich sind wir auch technisch auf vielfache Weise gefordert, aber vor allem geht es mir darum, unsere Figuren genauso zu präsentieren, wie die Zuschauer sie seit vielen Jahren lieben."

„Auf die Animation bin ich ungeheuer stolz", sagt Dante. „Bei einer derart große Zahl von Animatoren musste Eric sich wirklich ins Zeug legen. Jedes Mal, wenn ich mir die Rohfassung angeschaut hatte und dann die Szene von der Animation zurückkam, hatten sie eine weitere kleine Nuance hinzugefügt, einen neuen Gag, eine hochgezogene Augenbraue - ein gewisses Etwas, das zur Verbesserung beitrug."

Zu den unzähligen Details, die sorgfältig bedacht sein wollten, gehörte auch der gleichbleibende Größenunterschied zwischen den realen Schauspielern und den animierten Figuren. Dazu Goldberg: „Wenn man den Bildausschnitt so wählt, dass Brendan Fraser von den Knien aufwärts zu sehen ist, dann werden Bugs und Daffy an der Brust abgeschnitten - beziehungsweise unter dem Kopf. Damit das also funktioniert, muss man den Bildaufbau sorgfältig planen. Man muss auf die Blickrichtung achten, auf das Größenverhältnis, um ganz sicherzugehen, dass sie von Szene zu Szene gleich bleiben."

Bevor die Animatoren die Aufnahmen mit den real gefilmten Szenen bekamen, „stellten" Goldberg und die leitenden Animatoren den gesamten Film einmal in vorläufiger Form nach - ein Verfahren, das schon die Regisseure der Original-Looney-Tunes-Kurzfilme verwendeten. Natürlich hat sich die Technik seitdem weiterentwickelt, Goldberg konnte auf moderne Hilfsmittel zurückgreifen. Mithilfe eines Computerprogramms zeichnete er die Hauptphasen der Figuren, die dann von den Computerexperten über die realen Szenen gelegt wurden, um festzustellen, wie die Szene funktionierte.

„Dieses flexible Verfahren erlaubt den Animatoren und mir mehr Freiheiten, wir können zusätzliche Nuancen, Einzelheiten in der Darstellung und kleine Akzente im Timing hinzufügen", erklärt er. „Wir erhielten dadurch auch Platz für sekundäre Gags, die in der Grundstruktur nicht unbedingt vorhanden waren. Ich muss mein Team wirklich loben: Es hat hervorragende Arbeit geleistet. Alle sind sie Künstler genug, um über die ursprüngliche Zeichnung hinauszugehen, sie auszugestalten. Erst dadurch funktioniert das alles."

NICHT NUR DIE ZEICHENTRICKFIGUREN LIESSEN SICH ANIMIEREN

Die Dreharbeiten zu „Looney Tunes: Back in Action" begannen am 12. August 2002 in einer Villa in Hancock Park, einem Viertel von Los Angeles: Sie dient als Domizil des legendären Schauspielers/internationalen Spions Damian Drake. Drakes Haus ist der Schauplatz unvergesslicher Szenen, zum Beispiel wenn Bugs die Duschszene aus „Psycho" Einstellung für Einstellung nachstellt (und Kate damit auf die Palme bringt). Damit wird eine langjährige Tradition der Looney Tunes wieder aufgenommen, die immer schon Hommagen an klassische Filme eingeflochten haben.

Von Hancock Park zog das Drehteam um auf das Gelände des Warner-Bros.-Studio in Burbank, wo in der Kantine, in Vorführräumen, den Räumen für die Wachmannschaft und an der Dschungellagune gedreht wurde. Die Filmemacher wollten an die goldene Ära Hollywoods erinnern, deswegen sieht man Statisten auf dem Studiogelände herumspazieren, die als Gladiatoren, Cowboys, Riesenameisen und Aliens kostümiert sind. Alle diese Kostüme waren im Fundus der Warner Bros. noch vorhanden - Überbleibsel aus der Zeit der aufwändigen Ausstattungsfilme.

Der Eingangsbereich des Stephen-J.-Ross-Vorführraums auf dem Gelände diente als der Konferenzraum für jene Besprechung, die zum Zerwürfnis zwischen den Warner-Brüdern, Comedy-Abteilungsleiterin Kate Houghton und Daffy führt.

In der Studiokantine, wo Kate mit Bugs Bunny luncht, treten auch etliche Warner-Bros.-Stars auf. Neben Wile E. Coyote und Michigan J. Frog sitzen die Darsteller der TV-Serien „The Drew Carey Show" (Ein Witzbold namens Carey) und „George Lopez", die beide auf dem Warner-Gelände produziert werden. In Gastauftritten sind Matthew Lillard, Darsteller des Shaggy im Warner-Hit „Scooby-Doo" (Scooby-Doo, 2002) und der Fortsetzung „Scooby Too", sein Co-Star Scooby-Doo und der Original-Zeichentrickheld Shaggy zu sehen.

Das Batmobil, das Daffy während der hektischen Verfolgungsjagd über das Studiogelände lenkt und dann gegen das Wahrzeichen des Studios, den Wasserturm steuert, ist echt - ein authentisches Requisit aus dem Original-Film „Batman" (Batman). Um die katastrophale Kollision zu filmen, baute das Special-Effects-Team den unteren Teil des Turms nach, in den dann ein Nachbau des Batmobils hineinkracht. In der Endfertigung des Films wurden diese Einstellungen dann mit dem Zusammenbrechen eines Turmmodells im Maßstab 1:4 kombiniert - für das nahtlose Zusammenfügen dieser Aufnahmen sorgte der Leiter der visuellen Effekte, Christ Watts, mit seinem Team.

Das Warner-Bros.-Gelände erscheint im Film als das, was es tatsächlich ist, aber es beherbergte auch einige der aufwändigsten Sets des Films. Für die Dauer von zwei Wochen wurde die Studiohalle 21 in Yosemite Sams Wooden Nickel Casino verwandelt - ein typisches Las-Vegas-Etablissement im Wildweststil, eine schrill übertriebene Pferde-Oper, bevölkert von Cowgirls und sich prügelnden Cowboys. Dort konnten sich Produktionsdesigner Bill Brzeski und sein kundiges Team von Ausstattern und Innenrequisiteuren nach Herzenslust austoben. Das Wooden Nickel befindet sich im Besitz der heimtückischen Acme Corporation, Geschäftsführer ist der strategisch eingesetzte Acme-Agent Yosemite Sam, ein jähzorniger, großmauliger Revolverheld. Der Hahn Foghorn Leghorn, ein Südstaaten-Gentleman alter Schule, arbeitet im Casino als Blackjack-Croupier.

Kostümbildnerin Mary Vogt ließ sich von der umfangreichen Aufgabe nicht einschüchtern, Hunderte von Schauspielern und Statisten für die Wooden-Nickel-Szenen einzukleiden. „Wir drehen einen Film für die ganze Familie - also können wir Las Vegas nicht so zeigen, wie es wirklich ist, das wäre zu gewagt", sagt Vogt. „Aber die Glamour-Atmosphäre wollen wir natürlich vermitteln. Die glanzvollste Zeit waren eigentlich die 40er-Jahre - die Pinup-Girls im Zweiten Weltkrieg waren echt sexy und hübsch, aber eben züchtig bekleidet. Und da es sich um Yosemite Sams Casino handelt, liegt es nahe, die Saloon-Girls der Jahrhundertwende mit den Pinups aus dem Zweiten Weltkrieg zu kombinieren - das ergibt eine wirklich lustige Mischung."

Im Oktober 2002 zog das Produktionsteam um nach Las Vegas/Nevada. Dort entstanden Außenaufnahmen in der historischen Fremont Street, wo das Plaza Hotel die Außenfassade des Wooden Nickel doubelte. Die Lichterpracht der Fußgängerzone der Fremont Street im Zentrum von Las Vegas ist der Schauplatz einer irrwitzigen Verfolgungsjagd: Unsere Helden fliehen in ihrem Spion-Auto, und Yosemite verfolgt sie in einem 24er DuPont Chevrolet Monte Carlo, den er kurzerhand dem viermaligen Winston-Cup-Champion (und lebenslangen Looney-Tunes-Fan) Jeff Gordon klaut - denn kein echter Abenteuerfilm kommt ohne echt coole Wagen aus.

Entsprechend kommen etliche weitere, sehr unterschiedliche Automobile zum Einsatz, die unsere real gefilmten und animierten Helden auf ihrer Mission chauffieren. Nach Las Vegas fahren Kate und Bugs in ihrem „Spion-Auto" mit allen Schikanen, einem hochgetunten Tuscan S des britischen Fabrikanten TVR. DJs und Daffys fahrbarer Untersatz kann sich damit nicht messen - es handelt sich um einen 1974er Gremlin: Das alte Gefährt spiegelt nicht nur DJs aktuelle finanzielle Situation wider, sondern ist auch eine Hommage an die klassischen „Gremlins"-Filme des Regisseurs Joe Dante. Für die Dreharbeiten erwarb die Produktion sechs Gremlins - einer demolierter als der andere.

Für die Aufnahmen im Innern des Spion-Autos montierte man den Tuscan S auf eine schwenkbare Plattform vor einer großen Bluescreen. Die Beleuchtung bestand aus einer großen Batterie computergesteuerter Scheinwerfer, die die Lichter auf der Landstraße und im neongleißenden Las Vegas simulierten. Ein ausgefeiltes Motion-Control-Kamerasystem wurde auf eine 33 Meter lange Schiene montiert: Es diente dazu, das fahrende Auto aus unterschiedlichen Perspektiven aufzunehmen.

In Nevada nutzte das Filmteam auch die Naturschönheiten in der Umgebung von Las Vegas, darunter den Red Rock Canyon und den Valley of Fire State Park. Weil die Dreharbeiten im Herbst stattfanden, stieg das Thermometer nicht über 35°C - üblicherweise muss man dort mit weit über 40° rechnen, denn das „Tal des Feuers" trägt seinen Namen nicht umsonst. Glücklicherweise rührt der Name auch von der auffälligen Orange- und Rotfärbung der urwüchsigen Felsformationen her, die exakt so aussehen, als hätten sie für die einschlägigen Zeichentrick-Abenteuer von Road Runner/Wile E. Coyote Modell gestanden.

Mitten in der einsamen Wüste stoßen Bugs, Daffy, DJ und Kate auf die als Staatsgeheimnis gehütete Anlage Area 52, in der sie eine große Anzahl außerirdischer Kreaturen entdecken. Diese Aliens werden nicht wie seltsame Monster eingekerkert, sondern eher wie Haustiere aus dem All gehalten, mit gigantischen Laufrädern und in ungeheuren Weckgläsern. Die leitende Wissenschaftlerin und Ersatzmutter namens Mother wird unterstützt von ihrem Assistenten Robby dem Roboter, der mit dem Film „Forbidden Planet" (Alarm im Weltall) berühmt wurde, wobei ihr ständig der Acme-Agent Marvin der Marsmensch im Nacken sitzt, jener sture Botschafter vom Planeten Mars.

Der Area-52-Set wurde in der Warner-Studiohalle 22 errichtet - als Persiflage der völlig unrealistischen Low-Budget-Science-Fiction-Filme der 50er- und frühen 60er-Jahre. In der Area 52 fristen eine ganze Reihe von B-Film-Horror-Ikonen ihr Dasein, die in zwei Monstereffekthochburgen Hollywoods, ADI (Amalgamated Dynamics Incorporated) und KNB EFX liebevoll nachgebaut wurden.

ADI wurde von den Oscar-preisgekrönten Fabelwesendesignern Tom Woodruff, Jr. und Alec Gillis gegründet. Hier entstanden der Mutant aus „This Island Earth" (Metaluna 4 antwortet nicht), der Mann vom Planeten X und das Robotermonster, während KNB EFX unter der Leitung des Firmenmitbegründers Greg Nicotero die Daleks aus „Dr. Who", das Pflanzenungetüm aus „The Day of the Triffids" (Blumen des Schreckens), das Monster aus „Fiend Without a Face" (Unheuer ohne Gesicht), die Schote (aus „Invasion of the Body Snatchers"/ Die Dämonischen; auch: Invasion der Körperfresser) und das Roswell-Alien verantwortet. Beide Häuser stellten außerdem große Puppenspielerteams zur Verfügung, die entweder in die Aliens schlüpften, oder sie per Animatronik fernsteuerten.

In der Umgebung von Los Angeles doubelten außerdem zahlreiche Schauplätze jene Szenen, die in Paris spielen - eines der vielen berühmten internationalen Reiseziele, die die Helden auf der Suche nach dem verschwundenen Diamanten Blue Monkey ansteuern.

Mr. Smith, der Mann fürs Grobe bei Acme, kidnappt Kate aus dem Louvre und schleift sie bis auf die Aussichtsplattform in der schwindelnden Höhe des Eiffelturms. Der Turmbau entstand auf einem großen Parkplatz der Universal Studios. Tatsächlich wurde nur die Aussichtsplattform gebaut - der Rest entstand komplett im Computer. Während der Aufnahmen war die Aussichtsplattform von einer Greenscreen umgeben, die später von den Experten für visuelle Effekte durch das Pariser Panorama ersetzt wurde.

In der Szene muss Jenna Elfman in einem Stuntkorsett in der Luft hängen. „Ich führe gern so viele Stunts wie möglich selbst aus, denn ich habe mein Leben lang Gymnastik gemacht und getanzt", sagt sie. „Natürlich bringt es dann Spaß, wenn man das viele Training auch mal beim Schauspielen verwerten kann."

Die Szenen im Inneren des Louvre entstanden im Natural History Museum, einem im dekorativen Stil des 19. Jahrhunderts gestalteten Gebäude im Zentrum von Los Angeles. Zu diesem Zweck hingen an den Museumswänden einige der berühmtesten Gemälde der Welt, darunter George Seurats pointillistisches Meisterwerk „Ein Sonntagnachmittag auf der Insel La Grand Jatte", der Klassiker des spanischen Surrealisten Salvador Dalí, „Die Beständigkeit der Erinnerung" - und natürlich der kitschige Klassiker von 1873 „Dogs Playing Poker" des Malers C.M. Coolidge. (Bugs und Daffy würdigen die Kunst, indem sie von Gemälde zu Gemälde hüpfen und jeweils den Malstil des Kunstwerks annehmen.) Die Außenansicht des Louvre wurde am Natural History Museum im Rosengarten des Ausstellungsgeländes gefilmt, einem sechs Hektar großen Garten, der ursprünglich für die Olympischen Spiele 1932 entstand. Natürlich darf bei dem Parisbesuch Pepe Le Pew nicht fehlen, das romantischste Stinktier aller Zeiten, das hier als französischer Gendarm auftritt.

Dann führt das Abenteuer unsere Globetrotter tief in den afrikanischen Dschungel. Dieser mit tropischen Gewächsen vollgestopfte Urwald und die Lagune befinden sich auf dem Studiogelände von Warner Bros. In Halle 16, der größten Studiohalle Nordamerikas, baute Produktionsdesigner Bill Brzeski mit seinem Team den aufwändigsten Set des Films, den Dschungel und den Tempel auf der Affeninsel. Der Bau nahm Monate in Anspruch, Dutzende von Zimmerleuten, Malern, Set-Designern und Requisiteuren waren dabei im Einsatz.

Bugs, Daffy, DJ und Kate kommen sehr zünftig in Afrika an - auf dem Rücken eines riesigen indischen Elefanten. Übrigens ist die 34-jährige Elefantendame namens Thai schon einmal mit Brendan Fraser aufgetreten, und zwar als sein wackeres Haustier Shep in „George - Der aus dem Dschungel kam". „Als ich hörte, dass Thai wieder dabei ist, überlegte ich, ob sie mich wohl wiedererkennen würde", gibt Fraser zu. „Aber sie hob nur den Rüssel und blies mich von oben bis unten mit Schnodder voll - genau wie früher. Und da wurden mir doch die Augen feucht, klar… ,Schön, dich wiederzusehen, Thai.'"

Auf dem Weg zum uralten Altar, an dem sie die wahre Macht des Blue-Monkey-Diamanten kennen lernen, muss das Kleeblatt zunächst eine 8,50 Meter lange, fünf Tonnen schwere Steinbrücke überwinden, die einen Strom aus flüssiger Lava überspannt. Zu diesem Zweck füllten Peter Chesney und sein Team die Grube mit 2700 Liter orangefarbener Methozellulose, die von unten beleuchtet wurde. Hinzu kam ein Wasserfall, an dem pro Minute über 9000 Liter Wasser hinabstürzten. Ein Scherenlift wurde eingesetzt, um den neun Meter hohen steinernen Affen aus dem Boden steigen zu lassen.

Als Bugs, Daffy, DJ und Kate schließlich alle schrecklichen Hindernisse überwunden haben und den Blue-Monkey-Diamanten finden, stellen sie entsetzt fest, dass sie nicht allein sind - Mr. Chairman hat sie durch die ganze Welt verfolgt und nimmt ihnen die Beute sofort ab, um dann sich selbst und seine Gefangenen in sein widerwärtiges Hauptquartier zu zappen.

Offenbar will der abgefeimte Irre den Diamanten in seinem wahnwitzigen Affenplan einsetzen - er soll in einem Acme-Satelliten die Erde umkreisen und mit seinen Strahlen alle Menschen in willenlose Affen verwandeln. Zu diesem Zweck schickt Mr. Chairman Marvin den Marsmenschen mit dem Diamanten in die Umlaufbahn. Zum Glück entkommen Bugs und Daffy den Klauen des Bösewichts und fliegen dem schurkischen Außerirdischen hinterher. Natürlich kann Daffy bereits Raumfahrterfahrung nachweisen (aus der Zeit, als er als Raumfahrer Duck Dodger den Weltraum unsicher machte), und so stehen die Chancen nicht schlecht, dass er endlich jene Filmheldentaten vollbringen darf, die er sich immer so sehnlich gewünscht hat.

Mittlerweile schwebt der tatsächliche Filmheld Damian Drake im Hauptquartier des Bösen in höchster Lebensgefahr - an die Gleise der Acme-Eisenbahn gefesselt, während über ihm ein Acme-Amboss baumelt und jede Menge Acme-Dynamitstangen um ihn aufgeschichtet sind… und schon rast der Acme-Zug unaufhaltsam auf ihn zu. Schnell wird klar, dass Damians Schicksal in den nicht sehr zuverlässigen Händen seines Sohnes DJ liegt, und die Rettungsaktion gestaltet sich äußerst schwierig, weil zusätzlich ein gewaltiger mechanischer Wachhund DJ von seinem Vater trennt. Werden die Helden siegen? Werden DJ und Daffy ihr Abenteuer zu einem glücklichen Ende bringen? Wird der üble Chairman sich seiner gerechten Strafe entziehen können? Werden wir alle in wenigen Minuten in Affen verwandelt? Bleiben Sie dran und sehen Sie selbst!